Kurz erklärt: Repetierer / repetieren

Ein Repetierer ist eine Schusswaffe, bei der mehrere Patronen in einem Magazin bereitgehalten werden. Nach jedem Schuss muss die Schützin oder der Schütze den Lademechanismus von Hand betätigen, bevor erneut geschossen werden kann. Diese Betätigung wird als repetieren bezeichnet.

Beim Repetieren wird die leere Patronenhülse aus der Waffe entfernt und eine neue Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager befördert. Das Patronenlager ist der hintere Teil des Laufes, in dem sich die Patrone beim Schuss befindet.

Der Begriff Repetierer wird vor allem für Gewehre verwendet. Es gibt jedoch auch andere Repetierwaffen, beispielsweise bestimmte Flinten und Pistolen.

Was bedeutet repetieren?

Das Verb repetieren stammt vom lateinischen Wort „repetere“ ab und bedeutet „wiederholen“. Gemeint ist die wiederholte Ausführung des Ladevorgangs.

Nach einem Schuss befindet sich normalerweise die leere Hülse der abgefeuerten Patrone im Patronenlager. Damit die Waffe erneut schussbereit wird, muss diese Hülse entfernt und durch eine neue Patrone ersetzt werden. Dazu betätigt die Schützin oder der Schütze den Verschluss der Waffe.

Der Verschluss ist ein beweglicher Teil im hinteren Bereich des Laufes. Er verschließt das Patronenlager während des Schusses und hält die Patrone in ihrer vorgesehenen Position. Beim Repetieren wird der Verschluss geöffnet, nach hinten bewegt und anschließend wieder geschlossen.

Dieser Vorgang erfüllt mehrere Aufgaben:

  1. Der Verschluss wird geöffnet.
  2. Die leere Patronenhülse wird aus dem Patronenlager gezogen.
  3. Die Hülse wird aus der Waffe ausgeworfen.
  4. Eine neue Patrone wird aus dem Magazin aufgenommen.
  5. Die Patrone wird in das Patronenlager geschoben.
  6. Der Verschluss wird geschlossen und verriegelt.
  7. Bei vielen Repetierwaffen wird zugleich der Schlagmechanismus gespannt.

Anschließend ist die Waffe wieder schussbereit. Bei manchen Modellen muss der Schlagmechanismus zusätzlich von Hand gespannt werden.

Wird eine noch nicht abgefeuerte Patrone aus dem Patronenlager entfernt, läuft der Vorgang ähnlich ab. In diesem Fall wird keine leere Hülse, sondern eine vollständige Patrone ausgeworfen.

Die wichtigsten Bauteile

Um den Repetiervorgang zu verstehen, sind einige grundlegende Begriffe hilfreich.

Die Patrone

Eine Patrone ist die vollständige Munitionseinheit. Sie besteht bei üblicher Patronenmunition aus dem Geschoss, der Hülse, dem Treibladungspulver und dem Zündelement.

Das Geschoss ist nur der Teil, der beim Schuss den Lauf verlässt. Die Hülse bleibt zunächst im Patronenlager zurück und wird beim anschließenden Repetieren entfernt.

Das Magazin

Das Magazin ist der Munitionsbehälter der Waffe. Darin werden mehrere Patronen bereitgehalten. Je nach Bauart kann das Magazin fest in die Waffe eingebaut oder herausnehmbar sein.
Ein Magazin macht eine Waffe nicht automatisch zu einer Selbstladewaffe. Entscheidend ist, wie die nächste Patrone in das Patronenlager gelangt. Bei einem Repetierer geschieht dies durch eine Handbewegung. Bei einer Selbstladewaffe übernimmt die Waffe diesen Vorgang nach dem Schuss selbst.

Das Patronenlager

Das Patronenlager befindet sich unmittelbar hinter dem Lauf. Es nimmt die Patrone auf, die als Nächstes abgefeuert werden soll. Beim Schuss muss das Patronenlager durch den Verschluss sicher verschlossen sein.

Das Magazin und das Patronenlager sind nicht dasselbe. Im Magazin befinden sich die noch nicht zugeführten Patronen. Im Patronenlager liegt höchstens eine Patrone unmittelbar vor dem Lauf bereit.

Der Verschluss

Der Verschluss schließt das Patronenlager nach hinten ab. Er muss den beim Schuss entstehenden Kräften standhalten und deshalb sicher verriegelt sein.

Am Verschluss befinden sich außerdem Bauteile, die eine Patronenhülse aus dem Patronenlager ziehen und aus der Waffe auswerfen. Je nach Konstruktion kann der Verschluss auch Teile des Schlagmechanismus enthalten.

Der Kammerstängel

Bei vielen Repetiergewehren wird der Verschluss mit einem seitlich angebrachten Griff bewegt. Dieser Griff heißt Kammerstängel oder Verschlusshebel.

Der Kammerstängel sieht häufig wie ein kurzer Metallhebel mit einem runden oder leicht abgeflachten Griff am Ende aus. Er befindet sich meist rechts am hinteren Teil des Gewehres. Es gibt jedoch auch Ausführungen für Linkshänder.

Über den Kammerstängel öffnet, bewegt, schließt und verriegelt die Schützin oder der Schütze den Verschluss. Vereinfacht gesagt ist er der Bediengriff des Lade- und Verschlussmechanismus.

Die Bezeichnung „Kammer“ wird in diesem Zusammenhang traditionell für Teile des Verschlusssystems verwendet. Der Kammerstängel ist daher kein Stab im Patronenlager, sondern lediglich der von außen erreichbare Griff des Verschlusses.

Der Repetiervorgang bei einem Zylinderverschluss

Die bekannteste Form des Repetiergewehres besitzt einen Zylinderverschluss. Dieser wird auch als Kammerverschluss bezeichnet. Sein länglicher Verschlusskörper bewegt sich im Inneren des Gewehres nach vorn und hinten.

Beim klassischen Zylinderverschluss wird der Kammerstängel zunächst nach oben geschwenkt. Dadurch wird der Verschluss entriegelt. Anschließend zieht die Schützin oder der Schütze den Kammerstängel nach hinten.

Bei dieser Rückwärtsbewegung zieht ein kleines Bauteil, der Auszieher, die leere Patronenhülse aus dem Patronenlager. Der Auszieher greift dafür am Hülsenboden an. Sobald die Hülse weit genug zurückgezogen wurde, trifft sie auf den Auswerfer. Dadurch kippt sie zur Seite und verlässt die Waffe durch die Auswurföffnung.

Wird der Verschluss wieder nach vorn geschoben, erfasst er die oberste Patrone im Magazin und führt sie in das Patronenlager. Danach wird der Kammerstängel nach unten gedrückt. Der Verschluss ist damit geschlossen und verriegelt.

Der gesamte Bewegungsablauf besteht somit aus vier gut erkennbaren Bewegungen:

  1. Kammerstängel anheben.
  2. Verschluss zurückziehen.
  3. Verschluss nach vorn schieben.
  4. Kammerstängel absenken.

Dieser Bewegungsablauf wird häufig verkürzt als „den Verschluss durchladen“ oder „die Waffe durchrepetieren“ bezeichnet.

Verschiedene Arten von Repetierwaffen

Nicht alle Repetierer werden mit einem klassischen Kammerstängel bedient. Es gibt mehrere technische Bauformen, die denselben grundlegenden Zweck erfüllen: Eine verbrauchte Hülse wird entfernt und eine neue Patrone wird aus einem Magazin in das Patronenlager befördert.

Repetierer mit Zylinderverschluss

Beim klassischen Zylinderverschluss wird der Kammerstängel angehoben, zurückgezogen, vorgeschoben und wieder abgesenkt. Diese Bauart wird häufig bei Jagdgewehren, Sportgewehren und militärischen Präzisionsgewehren verwendet.

Die englische Bezeichnung lautet „bolt action“.

Geradezugrepetierer

Ein Geradezugrepetierer besitzt ebenfalls einen von Hand bewegten Verschluss. Der Bedienhebel muss jedoch nicht nach oben und unten geschwenkt werden. Zum Repetieren wird er nur geradlinig zurückgezogen und wieder nach vorn geschoben.

Die erforderliche Ver- und Entriegelung übernimmt ein Mechanismus im Inneren der Waffe. Dadurch lässt sich der Repetiervorgang mit weniger einzelnen Handbewegungen ausführen.

Unterhebelrepetierer

Bei einem Unterhebelrepetierer befindet sich unterhalb des Gewehres ein beweglicher Hebel. Dieser umschließt häufig zugleich den Bereich hinter dem Abzug.

Wird der Hebel nach unten und anschließend wieder nach oben bewegt, öffnet und schließt sich der Verschluss. Dabei wird die leere Hülse ausgeworfen und eine neue Patrone zugeführt.

Diese Bauart ist besonders durch amerikanische Gewehre des 19. Jahrhunderts bekannt geworden. Im Englischen wird sie als „lever action“ bezeichnet.

Erklärung des Vorderschaftrepetierers

Mit dem „vorderen Teil des Schaftes“ ist der Bereich gemeint, an dem die Schützin oder der Schütze die Waffe mit der vorderen Hand festhält. Dieser sogenannte Vorderschaft befindet sich unterhalb des Laufes und kann bei dieser Waffenart vor- und zurückgeschoben werden.

Nach einem Schuss zieht die Person den Vorderschaft mit der Hand nach hinten. Dabei wird der Verschluss geöffnet und die leere Patronenhülse ausgeworfen. Anschließend schiebt sie den Vorderschaft wieder nach vorn. Dadurch gelangt eine neue Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager und der Verschluss wird geschlossen.

Ich würde den ursprünglichen Absatz deshalb folgendermaßen ersetzen:

Vorderschaftrepetierer

Bei einem Vorderschaftrepetierer lässt sich der Teil der Waffe, an dem die vordere Hand liegt, vor- und zurückschieben. Dieser bewegliche Griff befindet sich unterhalb des Laufes und wird als Vorderschaft bezeichnet.

Nach einem Schuss zieht die Schützin oder der Schütze den Vorderschaft nach hinten. Dabei wird die leere Patronenhülse ausgeworfen. Wird der Vorderschaft anschließend wieder nach vorn geschoben, gelangt eine neue Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager.

Diese Bauart wird vor allem bei Flinten verwendet. Umgangssprachlich werden solche Waffen häufig als „Pumpguns“ bezeichnet. Der Name bezieht sich auf die vor- und zurückgehende Bewegung des Vorderschaftes. Die englischen Fachbezeichnungen lauten „pump action“ und „slide action“.

Unterschied zu anderen Ladeprinzipien

Die Bezeichnung einer Schusswaffe richtet sich unter anderem danach, wie sie geladen wird und was nach einem Schuss geschehen muss.

Einzellader

Ein Einzellader besitzt kein Magazin, aus dem eine weitere Patrone zugeführt werden könnte. Vor jedem Schuss muss eine Patrone einzeln von Hand in das Patronenlager eingelegt werden.

Ein Repetierer ist dagegen ein Mehrlader. Er hält mehrere Patronen in einem Magazin bereit und kann sie nacheinander dem Patronenlager zuführen.

Selbstladewaffe

Eine Selbstladewaffe führt den Ladezyklus nach dem Schuss selbsttätig aus. Sie nutzt dafür normalerweise einen Teil der beim Schuss entstehenden Energie.

Die leere Hülse wird automatisch ausgeworfen und die nächste Patrone automatisch in das Patronenlager geladen. Für einen weiteren Schuss muss in der Regel nur der Abzug erneut betätigt werden.

Bei einem Repetierer erfolgt dieser Ladezyklus nicht automatisch. Zwischen zwei Schüssen ist immer eine bewusste Handbewegung am Verschluss, Hebel oder Vorderschaft erforderlich.

Vollautomatische Schusswaffe

Eine vollautomatische Schusswaffe kann mehrere Schüsse hintereinander abgeben, solange der Abzug betätigt bleibt und Munition vorhanden ist.

Das ist bei einem Repetierer nicht möglich. Er gibt mit jeder Betätigung des Abzuges höchstens einen Schuss ab. Danach muss der Ladezyklus von Hand wiederholt werden.

Revolver

Auch ein Revolver enthält mehrere Patronen. Diese liegen jedoch in den einzelnen Kammern einer drehbaren Trommel. Sie werden nicht nacheinander aus einem Magazin in ein gemeinsames Patronenlager geschoben.

Aus diesem Grund wird ein gewöhnlicher Revolver nicht als Repetierwaffe bezeichnet. Er besitzt ein anderes Lade- und Funktionsprinzip.

Repetierer und Repetierbüchse

Die Begriffe Repetierer, Repetiergewehr und Repetierbüchse werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig gleichbedeutend verwendet. Technisch gibt es jedoch einen kleinen Unterschied.

„Repetierer“ ist der Oberbegriff für Schusswaffen, bei denen der Ladezyklus von Hand wiederholt wird und die Munition aus einem Magazin zugeführt wird.

Eine Repetierbüchse ist ein Repetiergewehr mit einem gezogenen Lauf. Im Inneren eines gezogenen Laufes verlaufen spiralförmige Vertiefungen. Sie versetzen das Geschoss in eine Drehbewegung und stabilisieren es während des Fluges.

Eine Repetierflinte besitzt dagegen üblicherweise einen glatten Lauf. Bei ihr handelt es sich häufig um einen Vorderschaftrepetierer.

Im alltäglichen Sprachgebrauch ist mit einem „Repetierer“ meistens eine Repetierbüchse mit Zylinderverschluss gemeint.

Warum werden Repetierer verwendet?

Repetierwaffen werden unter anderem bei der Jagd, beim Sportschießen sowie von Polizei und Militär eingesetzt. Ihre genaue Verwendung hängt von der Bauart, dem Kaliber und der jeweiligen Ausstattung ab.

Ein Repetierer besitzt häufig einen vergleichsweise übersichtlichen mechanischen Aufbau. Da die zum Nachladen erforderliche Energie durch die Handbewegung bereitgestellt wird, muss der Mechanismus nicht bei jedem Schuss automatisch angetrieben werden.

Bei einem Repetiergewehr bleibt der Verschluss während des Schusses vollständig geschlossen und bewegt sich erst, wenn er anschließend von Hand betätigt wird. Diese Bauweise lässt sich stabil ausführen und eignet sich deshalb auch für Gewehre, bei denen eine gleichmäßige Schussabgabe und ein sicher verriegelter Verschluss wichtig sind.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Repetierer automatisch präziser oder zuverlässiger als jede Selbstladewaffe ist. Die tatsächlichen Eigenschaften hängen von der Konstruktion, der Fertigungsqualität, dem Zustand der Waffe, der Munition und ihrer Verwendung ab.

Häufige Missverständnisse

Ein Repetierer muss nicht nach jedem Schuss vollständig neu mit Munition befüllt werden. Die Patronen befinden sich bereits im Magazin. Von Hand wiederholt wird lediglich der Vorgang, mit dem die verbrauchte Hülse entfernt und die nächste Patrone bereitgestellt wird.

Das Wort „repetieren“ bezeichnet nicht die Abgabe mehrerer Schüsse. Es bezeichnet den mechanischen Ladezyklus zwischen zwei Schüssen.

Auch die Begriffe Patrone, Hülse und Geschoss bedeuten nicht dasselbe. Die Patrone ist die vollständige Munitionseinheit. Das Geschoss verlässt den Lauf. Die Hülse bleibt zurück und wird beim Repetieren aus der Waffe entfernt.

Ein Magazin bedeutet außerdem nicht, dass eine Waffe automatisch schießt oder automatisch nachlädt. Ein Repetierer besitzt zwar ein Magazin, benötigt für die Zuführung jeder weiteren Patrone aber eine Handbewegung.

Zusammenfassung

Ein Repetierer ist eine mehrschüssige Schusswaffe mit einem Magazin und einem von Hand zu betätigenden Lademechanismus. Nach jedem Schuss muss die Schützin oder der Schütze repetieren.

Beim Repetieren wird der Verschluss geöffnet, die leere Patronenhülse entfernt und eine neue Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager geführt. Anschließend wird der Verschluss wieder geschlossen und verriegelt.

Wie diese Bewegung ausgeführt wird, hängt von der Bauart ab. Bei einem klassischen Repetiergewehr wird dafür der Kammerstängel bewegt. Andere Waffen verwenden einen Unterhebel oder einen beweglichen Vorderschaft.

Der entscheidende Unterschied zur Selbstladewaffe besteht darin, dass der Repetierer den nächsten Ladezyklus nicht selbstständig ausführt. Die dafür notwendige Bewegung muss nach jedem Schuss von Hand vorgenommen werden.

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