Kurz erklärt: Feldrain

Ein Feldrain ist ein schmaler, meist mit Gräsern und Kräutern bewachsener Streifen am Rand eines Feldes oder zwischen zwei landwirtschaftlich genutzten Flächen. Das Wort „Rain“ bezeichnete ursprünglich einen Grenzstreifen. Die Mehrzahl lautet „Feldraine“.

Feldraine werden normalerweise nicht wie die angrenzenden Äcker bearbeitet. Auf ihnen wachsen daher andere Pflanzen als auf den Feldern. Neben Gräsern und Wildkräutern können dort auch Sträucher oder einzelne Bäume stehen. Manche Feldraine befinden sich auf ebenem Boden, andere bilden eine kleine Böschung zwischen unterschiedlich hoch gelegenen Feldern.

Wie entstehen Feldraine?

Viele Feldraine entstanden, weil zwischen zwei Feldern ein Streifen ungenutzt blieb. Dieser konnte die Grundstücksgrenze kennzeichnen oder verhindern, dass beim Pflügen die Fläche des benachbarten Feldes berührt wurde. An Hängen entstanden außerdem sogenannte Stufenraine. Sie bildeten sich, weil durch die langjährige Bearbeitung des Bodens zwischen den Feldern kleine Geländestufen entstanden.

Früher wurden Feldraine teilweise mit der Sense gemäht oder von Nutztieren abgeweidet. Heute werden sie meistens nur gelegentlich gepflegt, damit sie nicht vollständig mit Sträuchern und Bäumen zuwachsen.

Bedeutung für die Natur

Feldraine sind wichtige Lebensräume innerhalb landwirtschaftlich genutzter Gebiete. Wildblumen und andere Pflanzen finden dort Platz, weil der Boden nicht regelmäßig gepflügt und eingesät wird. Die Pflanzen bieten Nahrung und Schutz für Insekten, Spinnen, Vögel und kleine Säugetiere.

Mehrere miteinander verbundene Feldraine ermöglichen es Tieren und Pflanzen, sich zwischen verschiedenen Lebensräumen auszubreiten. Sie wirken dadurch wie schmale Verbindungswege durch die Agrarlandschaft. Außerdem können sie Wasser zurückhalten und den Boden vor dem Abtragen durch Wind oder Regen schützen.

Gefährdung und Schutz

Feldraine können verschwinden, wenn Felder zusammengelegt, Grenzstreifen umgepflügt oder Pflanzen durch ungeeignete Pflege und Pflanzenschutzmittel geschädigt werden. Damit gehen Lebensräume und Verbindungen zwischen anderen naturnahen Flächen verloren.

In vielen Regionen gelten Feldraine deshalb als erhaltenswerte oder rechtlich geschützte Landschaftselemente. Welche Vorschriften gelten, hängt vom jeweiligen Land und von der Lage, Größe und Beschaffenheit des Feldrains ab. Eine schonende Pflege erfolgt meist abschnittsweise und nicht zu häufig, damit Pflanzen blühen und Tiere Rückzugsmöglichkeiten behalten.

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