Die .338 Lapua Magnum ist eine leistungsstarke Gewehrpatrone, die für präzise Schüsse über große Entfernungen entwickelt wurde. Sie wird vor allem in militärischen Scharfschützengewehren, Sportgewehren und bestimmten Jagdgewehren verwendet.
Eine Patrone ist die vollständige Munitionseinheit, die in das Gewehr geladen wird. Sie besteht aus der Hülse, dem Treibladungspulver, dem Zündhütchen und dem Geschoss. Das Geschoss ist lediglich der vordere Teil, der beim Schuss den Lauf verlässt.
Was bedeutet die Bezeichnung?
Die Zahl ".338" gibt den ungefähren Durchmesser des Geschosses in Zoll an. Der Punkt ist das im englischen Sprachraum verwendete Dezimalzeichen. Die eigentlich vor dem Punkt stehende Null wird bei amerikanischen und britischen Kaliberbezeichnungen gewöhnlich weggelassen. „.338 Zoll“ bedeutet daher „0,338 Zoll“.
Ein Zoll entspricht 25,4 Millimetern. Das Geschoss der .338 Lapua Magnum hat somit einen Durchmesser von etwa 8,6 Millimetern. Der Punkt gehört zur Kaliberbezeichnung und ist kein Satzzeichen.
„Lapua“ ist der Name eines finnischen Munitionsherstellers, der die Patrone maßgeblich weiterentwickelte und zur Serienreife brachte.
Der Zusatz „Magnum“ weist bei Munition gewöhnlich auf eine besonders leistungsstarke Patrone hin. Die große Hülse der .338 Lapua Magnum kann eine erhebliche Menge Treibladungspulver aufnehmen. Dadurch erreicht das Geschoss eine hohe Geschwindigkeit und besitzt eine große Bewegungsenergie.
Entwicklung
Die Entwicklung begann Anfang der 1980er-Jahre in den USA. Gesucht wurde eine Patrone für ein Präzisionsgewehr, die auch auf Entfernungen von mehr als 1.000 Metern eine hohe Treffgenauigkeit und ausreichende Geschossenergie ermöglichen sollte.
Der finnische Hersteller Lapua überarbeitete später die Abmessungen und den Aufbau der Hülse. Sie musste dem hohen Gasdruck standhalten, der beim Verbrennen der starken Pulverladung entsteht. Die fertige Patrone erhielt den Namen „.338 Lapua Magnum“. Die ersten Versuchspatronen wurden 1988 hergestellt. Die internationale Zulassung nach den Regeln der C.I.P. folgte 1989.
Aufbau und Leistung
Die .338 Lapua Magnum besitzt eine flaschenförmige, randlose Hülse. "Flaschenförmig" bedeutet, dass die Hülse im hinteren Bereich breit ist und sich nach vorn verengt. In diesem schmaleren Hülsenhals sitzt das Geschoss. „Randlos“ bedeutet, dass am Hülsenboden kein überstehender Rand vorhanden ist.
Die vollständige Patrone ist ungefähr 9,3 Zentimeter lang. Je nach verwendeter Munition verlassen die Geschosse den Lauf häufig mit etwa 850 bis 950 Metern pro Sekunde. Das entspricht ungefähr 3.060 bis 3.420 Kilometern pro Stunde.
Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt unter anderem vom Geschossgewicht, von der Pulverladung und von der Lauflänge des Gewehrs ab. Deshalb besitzt nicht jede Patrone dieses Kalibers genau dieselbe Leistung.
Das vergleichsweise schwere und strömungsgünstig geformte Geschoss verliert während des Fluges nur langsam an Geschwindigkeit. Es wird vom Wind weniger stark abgelenkt als leichtere Geschosse vieler kleinerer Gewehrpatronen.
Reichweite
Die .338 Lapua Magnum besitzt keine einzelne, eindeutig festgelegte Reichweite. Es muss zwischen der wirksamen Reichweite und der maximal möglichen Flugweite des Geschosses unterschieden werden.
Die wirksame Reichweite bezeichnet die Entfernung, auf die unter geeigneten Bedingungen noch gezielte und ausreichend genaue Treffer möglich sind. Mit modernen Gewehren und Zieloptiken beträgt sie bei der .338 Lapua Magnum ungefähr 1.500 Meter. Der genaue Wert hängt unter anderem vom verwendeten Geschoss, von der Pulverladung, von der Lauflänge des Gewehrs und von den Wetterbedingungen ab.
Präzise Treffer auf Entfernungen um 2.000 Meter sind unter günstigen Bedingungen ebenfalls möglich. Solche Schüsse gehören jedoch zum sogenannten Extreme-Long-Range-Schießen und stellen sehr hohe Anforderungen an den Schützen und die Ausrüstung.
Das Geschoss kann noch wesentlich weiter fliegen. Diese maximale Flugweite darf jedoch nicht mit einer verlässlichen Trefferreichweite gleichgesetzt werden. Wie weit ein Geschoss tatsächlich fliegt und wie genau es trifft, hängt unter anderem vom Gewehr, von der Munition, vom Abschusswinkel und von den Wetterbedingungen ab.
Auf große Entfernungen wirken sich bereits geringe Fehler bei der Entfernungsmessung deutlich auf den Treffpunkt aus. Auch Wind, Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die Flugbahn. Je länger das Geschoss unterwegs ist, desto stärker machen sich diese Einflüsse bemerkbar.
Verwendung
Die .338 Lapua Magnum wird vor allem in militärischen Scharfschützengewehren eingesetzt. Sie schließt die Leistungslücke zwischen verbreiteten Gewehrpatronen wie der 7,62 × 51 mm NATO und wesentlich größeren Patronen wie der .50 BMG.
Auch im sportlichen Präzisionsschießen über große Entfernungen ist sie verbreitet. Bei der Jagd kann sie für großes oder besonders widerstandsfähiges Wild verwendet werden. Wegen ihrer hohen Leistung ist sie für gewöhnliche Jagdentfernungen jedoch häufig stärker als erforderlich.
Gewehre für diese Patrone sind meist groß und schwer. Das Gewicht sowie eine Mündungsbremse oder ein Schalldämpfer können den kräftigen Rückstoß verringern. Beim Schuss entstehen dennoch ein hoher Gasdruck, ein starker Mündungsknall und eine erhebliche Belastung des Laufes. Waffen und Munition dieses Kalibers sind außerdem vergleichsweise teuer.
Die .338 Lapua Magnum ist somit eine leistungsstarke Gewehrpatrone für große Entfernungen. Ihre hohe Reichweite allein garantiert jedoch keinen präzisen Treffer. Dafür sind ein geeignetes Gewehr, eine genau abgestimmte Zieloptik und eine sorgfältige Berücksichtigung der äußeren Bedingungen erforderlich.