Eine Zieloptik ist eine optische oder elektronische Vorrichtung, die das genaue Ausrichten einer Waffe auf ein Ziel erleichtert. Sie wird meist auf einem Gewehr oder einer Pistole befestigt. Je nach Bauart vergrößert sie das Ziel, zeigt eine gut erkennbare Zielmarkierung oder verbindet beide Funktionen.
Der Begriff bezeichnet das gesamte Zielgerät. Das Absehen ist dagegen nur die darin sichtbare Zielmarkierung, beispielsweise ein Fadenkreuz oder ein Leuchtpunkt.
Wie funktioniert eine Zieloptik?
Beim Blick durch eine Zieloptik erscheint eine Zielmarkierung über dem anvisierten Bereich. Bei einer richtig eingestellten Optik zeigt sie an, wo das Geschoss auf einer festgelegten Entfernung ungefähr auftreffen soll.
Die Flugbahn eines Geschosses ist jedoch nicht gerade. Nach dem Verlassen des Laufes wird es durch die Schwerkraft zunehmend nach unten abgelenkt. Eine Zieloptik muss deshalb auf eine bestimmte Entfernung eingestellt werden. Dieser Vorgang wird Einschießen genannt.
Arten von Zieloptiken
Ein Zielfernrohr besitzt ein Linsensystem und stellt entfernte Ziele vergrößert dar. Es kann eine feste oder eine veränderbare Vergrößerung haben. Die Angabe "3–12 × 50" bedeutet beispielsweise, dass eine drei- bis zwölffache Vergrößerung eingestellt werden kann. Die Zahl 50 bezeichnet den Durchmesser der vorderen Linse in Millimetern.
Ein Reflexvisier zeigt einen eingespiegelten Leuchtpunkt oder eine andere Zielmarkierung. Das Ziel wird gewöhnlich nicht vergrößert. Der Leuchtpunkt ist nur für die Person sichtbar, die durch das Visier blickt.
Ein Reflexvisier darf nicht mit einem Laserzielgerät verwechselt werden. Beim Reflexvisier entsteht der Leuchtpunkt innerhalb des Visiers. Ein Laserzielgerät projiziert dagegen einen wirklichen Lichtpunkt auf das anvisierte Objekt und ist keine Zieloptik im engeren Sinne.
Ein holografisches Visier ähnelt einem Reflexvisier, erzeugt die Zielmarkierung aber mithilfe eines Hologramms (mit Laserlicht erzeugte optische Darstellung). Ein Prismenvisier verwendet ein Prisma (lichtumlenkender Glaskörper) und besitzt meistens eine feste, geringe Vergrößerung.
Absehen
Das Absehen ist die Zielmarkierung innerhalb einer Zieloptik. Es kann aus Linien, Punkten, Kreisen oder verschiedenen Markierungen bestehen. Manche Absehen enthalten zusätzliche Skalen, mit denen Entfernungen abgeschätzt oder Geschossabfall und Seitenwind berücksichtigt werden können.
Bei einem Leuchtabsehen werden bestimmte Teile der Zielmarkierung beleuchtet. Dadurch sind sie bei ungünstigen Lichtverhältnissen besser zu erkennen.
Wichtige Eigenschaften
Die Vergrößerung gibt an, wie viel größer beziehungsweise näher ein Ziel erscheint. Eine hohe Vergrößerung macht Einzelheiten besser erkennbar, verkleinert aber gewöhnlich das Sehfeld (sichtbarer Bereich innerhalb der Optik).
Der Objektivdurchmesser bezeichnet die Größe der vorderen Linse. Ein großes Objektiv kann mehr Licht aufnehmen. Die tatsächliche Bildqualität hängt jedoch auch von der Verarbeitung und Beschichtung der Linsen ab.
Der Augenabstand ist die Entfernung zwischen Auge und hinterer Linse, bei der das vollständige Bild sichtbar ist. Er muss groß genug sein, damit die Zieloptik durch den Rückstoß nicht gegen das Gesicht schlägt.
Als Parallaxe wird eine scheinbare Verschiebung des Absehens gegenüber dem Ziel bezeichnet, wenn sich die Position des Auges hinter der Optik verändert. Bei manchen Zielfernrohren kann dieser Effekt an die jeweilige Zielentfernung angepasst werden.
Einstellung und Befestigung
Eine Zieloptik lässt sich gewöhnlich in der Höhe und zur Seite verstellen. Dadurch wird die angezeigte Zielrichtung an die tatsächliche Treffpunktlage angepasst. Die einzelnen Einstellschritte werden Klicks genannt.
Die Befestigung der Zieloptik auf der Waffe heißt Montage. Sie muss fest und präzise sitzen. Bereits eine geringe Verschiebung kann dazu führen, dass Zielpunkt und Treffpunkt nicht mehr übereinstimmen.